| Anleitung für die Hängelampen
Petromax 834 und 835
Da ich stolzer Besitzer eine Petromax 834 bin, möchte ich meine
gesammelten Erfahrungen mit der Lampe gerne an Interessierte
weitergeben. Nach Erhalt meiner Lampe habe ich vergeblich im
Internet nach Anleitungen gesucht, was zu etlichen Fehlstarts
führte. Auch wenn diese ungemein im Umgang mit der Lampe üben –
angenehm sind sie nicht, und mitunter auch gefährlich.
Die Anleitungen für unsere Geräte (seien es nun Lampen, Kocher
oder Lötgeräte) beschreiben hauptsächlich den Betrieb und
die Instandhaltung. Diese beiden Punkte möchte auch ich als
Leitfaden nutzen.
Bevor wir uns jedoch dem Starten der Lampe zuwenden, sollte man
die Lampe vorher, am besten unter Zuhilfenahme von Wims Seiten über
die Px 834/835 (www.petromax.nl),
auf Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit überprüfen.
1. Der Brennstoff
Als erstes ist rein obligatorisch die Warnung vor dem falschen
Betriebsstoff: Die Lampen 790, 834, 835,
836 und 868A dürfen nur mit Petroleum betrieben werden!
Die Verwendung eines anderes Brennstoffs, insbesondere Benzin ist
gefährlich und fahrlässig, weil sich der Tank oberhalb der Flamme
befindet, und sich unter Umständen stark erhitzen kann!!
Vorzugsweise sollte hochgereinigtes Petroleum verwendet werden.
Schlechtere Qualität (niedersiedende Bestandteile, Feststoffe)
führen zu einer Verkürzung der Lebensdauer der Lampe, insbesondere
der Düse und des Vergasers.
2. Die Inbetriebnahme
2.1. Füllen des Tanks
Die Hängelampen des Typs Petromax haben alle einen Füllstop.
Das heißt, dass nach dem Erreichen des maximalen Pegelstands im
Tank kein weiterer Brennstoff eingefüllt werden kann. Diese
Funktion wird durch ein Rohr mit einem Loch erreicht. Sobald keine
Luft mehr aus dem Tank entweichen kann, ist es nicht möglich,
weiterhin Petroleum einzufüllen.
Nun sollte das Handrad (7) fest verschlossen und der Tankstopfen
(34) abgeschraubt werden. Mittels einem Trichter Petroleum
einfüllen, bis es im besagten Rohr stehen bleibt (langsam gießen).
Nun den Tankstopfen wieder fest aufschrauben.
2.2. Vorwärmen und Anzünden
Am besten wird die Lampe auf einem Papprohr
abgestellt (siehe
834-Seiten von Torsten). Mit der Pumpe (6) wird im gefüllten
Tank ein Druck von zirka 1,5 Bar aufgebaut. Erfahrungsgemäß
arbeiten unseren Lampen im Bereich von 0,8 bis 3 Bar, was dazu
führt, dass man den gesamten Tankinhalt verleuchten kann. Die
originalen Tankverschlüsse haben ein Fahrradventil eingebaut,
welches ermöglicht, die Lampe mit einer Fahrradpumpe oder einem
Kompressor unter Druck zu setzen (Überdruck vermeiden!!). Wer solch
einen Original-Tankverschluss nicht besitzt, muss mit der
eingebauten Pumpe arbeiten. Weiterhin sollte man sich vergewissern,
dass das Original-Manometer
(72) halbwegs plausible Werte anzeigt. Manometer der
Petromax-Sturmlaternen eignen sich hierzu nicht besonders, da die
Dinger doch mehr Peileisen als alles andere sind....
Wenn jetzt an irgendeiner Stelle Brennstoff austritt, den Druck
ablassen und das Leck beheben. Undichtigkeiten, an denen bloß Luft
austritt sind normalerweise nicht dramatisch, es empfiehlt sich
jedoch trotzdem, sie zu verschließen, da man sonst die Lampe nicht
mit der vorgesehenen Betriebszeit nutzen kann, weil der Druck zu
schnell entweicht, und es diffizil ist, während des Betriebs
nennenswert Druck nachzupumpen. Hängend ist das fast unmöglich,
wer das mal versucht hat, weiß warum. Die Lampe schwankt in alle
Richtungen und die Gefahr ist groß, dass man sich irgendwo
verbrennen könnte. Eine brennende Lampe kann man auch nicht einfach
so auf einem Papprohr abstellen, was die Gefahr von Verbrennungen
ebenfalls nicht mindern würde.
Nun aber: Das kleine Türchen
am Lampenkörper wird geöffnet, und wir haben freien Zugang zur Düse
(50). Vor der Düse befindet sich eine kleine Schiebetür, die den
Weg nach unten zur Vorwärmschale (35) freigibt. Mit der originalen
Einfüllkanne (67) wird nun eine automatisch abgemessene Menge von
ca. 50 ml Brennspiritus in die Vorwärmschale (35) gegossen und
entzündet. Wer ein Original-Einfüllkännchen besitzt, kann sich
wieder auf Wims Homepage einen Plan zum Nachbau
besorgen. Vorerst
tut es aber sicher auch ein kleiner Trichter mit einem aufgesteckten
Plastikschlauch oder eine größere Einwegspritze.
Nach frühestens drei Minuten wird das Handrad durch
Linksdrehen geöffnet. Die originalen Vorheizschalen hatten einen
Zünder / Zündflammen-Kerze zum automatischen Entzünden
des Glühstrumpfes
bei geschlossenem Glas montiert. Oft fehlt eben dieser Zünder (49) und die Lampe ist
mit geöffnetem
Reflektor und der darin eingehängten Glasglocke (74) vorzuwärmen,
um die austretenden Gase am Glühstrumpf schnell von Hand zu
entzünden.
Nach einer gewissen Zeit (ca. 15 Minuten) brennt die Lampe mit
voller Helligkeit und wir können uns vollkommen an ihrer Schönheit
erfreuen. Die Hängelampen sind laut Hersteller Wind- und
Regenfest. Wer jedoch ein angesprungenes Glas hat, sollte auf den
Regentest lieber verzichten. Auch ist die Lärm- und
Geruchsbelastung im Gegensatz zu den Sturmlaternen äußerst gering,
was die Lampen für einen Indoor-Betrieb eignet. Hierbei ist
unbedingt ein ausreichender Abstand zur Decke
einzuhalten, da sonst
kaum Luft zirkuliert und sich große Hitze im Bereich des Tankes
stauen kann ! Diese Hitze kann u.U. Lötnähte der Brennstoffleitung
aufweichen ! Brandgefahr.
3. Außerbetriebnahme
Zum Löschen des Lichtes ist das Handrad fest durch Rechtsdrehen
zu schließen. Da das Petroleum vom Ventil (23) (am Handrad) bis zur
Düse einen sehr langen Weg zurücklegen muss, kann es 2 bis 3
Minuten dauern bis die Leuchte vollkommen verloschen und das
restliche Petroleum in der Leitung verbrannt ist. In der
Zwischenzeit kann man schon mal den Druck ablassen - dabei weiterhin
das Handrad geschlossen halten.
4. Die Instandhaltung
4.1.Die Düse sollte erneuert werden, wenn sie durch häufiges
Reinigen erweitert wurde. Bei allzu hartnäckigem Dreck hilft es,
die Düse 20 Minuten in Entkalker zu legen und mit Druckluft die
Verschmutzungen herauszublasen.
4.2. Tonbrenner, Düse und Gaskammer sind nach jedem Betrieb
vorsichtig (Glühkörper!!) und ohne Materialbruch festzuziehen..
4.3. Beschädigte Glühkörper müssen sofort ersetzt werden.
Dazu Lampe löschen, alten Strumpf entsorgen, Neuen vorsichtig
anbinden und abflammen.
4.4. Sollte der Glühstrumpf mit einer
gelben Flamme brennen, so kann dies mehrere Ursachen haben:
| - Lampe nicht ausreichend vorgewärmt. |
| - Mischpaddel (32) ist nicht optimal eingestellt. Durch
vorsichtiges Drehen an selbem ist die maximale
Helligkeit
einzustellen. Die Hängelampen haben allesamt ein sehr großes
Mischpaddel, weshalb schon kleine Veränderungen bezüglich der
Einstellung große Wirkung haben. |
| - Düse verstopft. Während des Betriebs möglichst schnell reinigen.
Wenn dabei die Flamme zurückschlägt, so ist die Düse kräftig
anzublasen. |
| - Druck ungenügend. Lampe löschen und nachpumpen. |
| - Düse sitzt locker. Festziehen.
Achtung: Nur in erkaltetem Zustand!! |
| - Gazefilter
in der Düse verdreckt. Lampe abkühlen lassen, Düse
herausschrauben und Gazefilter reinigen, ggf. ersetzen. |
| - Tonbrenner oder Gaskammer sitzen locker. Siehe 3.2. |
| - Düse erweitert. Siehe 3.1. |
| - Brennstoff ist ungenügend. Lampe löschen und nachfüllen. |
4.5. Sollte die Pumpe 1. nicht ziehen, oder 2. von selbst
herausgedrückt werden, so ist für 1. das Pumpenleder (46)
einzufetten/ zu ölen, und etwas nach außen zu biegen. Für 2. muss
man das Pumpenventil (10) auf der gegenüber liegenden Seite
herausschrauben und reinigen. Sollte diese Maßnahme nicht den
gewünschten Erfolg bringen, so kann und sollte man das Gummi gegen
ein Neues (17) aus der noch gefertigten Petromax ersetzen.
4.6. Der Vergaser
(96) ist erst nach geraumer Zeit zu reinigen. Oft hilft es, nur den
Gazefilter zu reinigen (mit Waschbenzin) oder zu erneuern.
Sollte sich herausstellen, dass der Vergaser selbst verdreckt
ist, muss man etwas Mut haben. In einer Original-Anleitung einer
Hasag 3a und 4a wird empfohlen, den Vergaser bis zur schwachen
Rotglut zu erhitzen, und nach dem Erkalten die Ablagerungen durch
Hämmern und Klopfen mit einem Holzstück zu lösen und mit
Druckluft auszublasen. Davon kann ich aus heutiger Sicht nur
abraten. Das Metall und besonders die Lötstellen sind alt und
spröde, was dazu führt, dass sich durchaus an den Lötstellen
Risse und Löcher bilden können. Wenn man dann doch noch Glück
hatte, befinden sich auch nach kräftigem Durchblasen noch winzig
kleine Russpartikel, die im Ernstfall dazu führen können, dass die
Düse jede Minute gereinigt werden muss.
Schonender scheint da die Methode, den Vergaser
in Entkalker zirka 1 Stunde einzulegen. Nach gründlichem
Durchspülen sollten alle Ablagerungen entfernt sein.
Ich würde jedoch völlig von einer Reinigung des Vergasers
abraten. Schließlich erfreuen sich unsere Sammlerherzen doch an dem
wunderschönen Anblick einer solche Lampe, und nicht an deren
maximaler Helligkeit.
Ich hoffe, den Suchenden mit dieser Anleitung und ein paar
weiterreichenden Informationen zum Betrieb dieser Lampen geholfen zu
haben. Wessen Fragen noch immer nicht beantwortet wurden, dem kann
ich das Petromax-Diskussionsforum
nahe legen. Nette Leute und eine Menge Fachwissen!!
Tobias Jesse
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